Die Treppe bestimmt den Weg, nicht den Preis
Ein viertes Obergeschoss ohne Aufzug ist mühsam, aber es ist kein Rechenposten. Bei uns gibt es keinen Zuschlag je Stockwerk und keinen Betrag für den Tragweg; der Festbetrag hängt allein daran, wie viele Kräfte im Gespann stehen und welcher Wagen mitkommt. Die Treppe wirkt also mittelbar: sie verschiebt unsere Empfehlung beim Aufmaß, nicht die Preisliste.
Das macht die Rechnung durchsichtig. Drei Kräfte mit dem Möbelwagen liegen bei 459 Euro je Einsatztag. Halten wir für ein hohes Geschoss ohne Aufzug eine vierte Kraft für richtig, sind das 80 Euro mehr, also 539 Euro, und dieser Betrag steht vor dem Termin fest. Niemand rechnet am Abend Etagen nach. Wie die ganze Tafel entsteht, zeigt die Seite Mannschaft und Wagen.
Die sachliche Begründung dafür ist einfach. Eine Treppe wird nicht durch Geld kürzer, sondern durch Hände. Zwei Kräfte, die abwechselnd oben und unten stehen, verlieren Zeit beim Übergeben; mit vier Kräften bilden sich zwei Paare, die sich auf halbem Weg begegnen und nie leer laufen.
Was wir im Treppenhaus messen
Beim Rundgang interessiert uns weniger die Zahl der Stufen als die Geometrie der Engstellen. Entscheidend ist fast immer ein einzelner Punkt: ein Wendepodest, ein Handlauf, der in den Lichtschacht ragt, eine Wohnungstür, die sich nur nach innen öffnet. Wer diesen Punkt kennt, weiß vorher, welche Stücke zerlegt werden müssen.
In Harthaus und in Krailling sind es meist Ein-, Zwei- und Doppelhäuser mit innenliegenden Treppen zum ausgebauten Dachgeschoss, oft mit flacher Schräge und niedriger Kehle unter dem Dach. In den Mehrfamilienhäusern im Stadtgebiet von Germering dagegen entscheidet die gemauerte Wendung zwischen zwei Läufen, und dort gilt eine schlichte Regel: was sich diagonal nicht um die Ecke führen lässt, wird zerlegt und oben wieder aufgebaut.
Ob ein Aufzug vorhanden ist, hilft nur, wenn er auch nutzbar ist. Wir sehen deshalb nach, ob die Kabine Betten und Schrankteile aufnimmt, ob sie sich für die Dauer der Beladung belegen lässt und ob zwischen Kabine und Wohnungstür noch eine Schwelle liegt. Steht der Aufzug zur Verfügung, geht das oft schneller als jede Planung erwartet.
Die Engstellen, die den Tag entscheiden
- Lichte Breite der Wohnungstür samt Rahmen und Schließblech
- Wendepodeste und die Diagonale, die dort noch durchgeht
- Handläufe, Heizkörper und Zählerkästen im Treppenlauf
- Deckenhöhe im obersten Lauf und unter der Dachkehle
- Schwellen zwischen Treppenhaus, Flur und Wohnung
- Zustand der Stufen und ob eine Abdeckung sinnvoll ist
Sperrige Stücke und der Ausweg Demontage
Die meisten Stücke, die scheinbar nicht passen, passen zerlegt ohne Mühe. Deshalb ist die Demontage bei uns kein Zusatzgeschäft, sondern Teil der Arbeit: Betten kommen auseinander, Schrankkorpusse werden getrennt, Tischplatten abgenommen, Glas aus Vitrinen genommen und einzeln in Decken gepackt. Am Zielort geht derselbe Weg zurück, und wir bauen auf, bevor die Mannschaft abfährt.
Entscheidend ist, dass die Reihenfolge vorher steht. Ein Schrank, der oben zerlegt werden muss, blockiert sonst den Flur, während unten schon geladen wird. Wir legen beim Rundgang fest, welche Stücke in welcher Reihenfolge an die Reihe kommen, und notieren, was an Beschlägen oder Ersatzteilen vorher besorgt werden sollte. Das Aufbauen am Zielort gehört beim Privatumzug zum Ablauf und wird nicht gesondert berechnet.
Für Polster, Matratzen und empfindliche Oberflächen gilt die Decke als Standardlösung. Wer das Packen des Kleinteiligen ebenfalls abgeben möchte, findet die Einzelheiten beim Einpackservice; das gehört nicht zum Gespann und steht als eigener Posten im Angebot.
Zwei Häuser, zwei Geschwindigkeiten
Ein Umzug hat zwei Innenräume, und beide zählen. Es nützt wenig, wenn die alte Wohnung in zwei Stunden leer ist und am Zielort danach jedes Stück einzeln um ein Podest gedreht wird. Deshalb messen wir an beiden Adressen, sofern wir Zugang bekommen, und richten die Besetzung nach der schwierigeren der beiden aus.
Wenn das Ziel noch nicht zugänglich ist, hilft uns ein Grundriss, ein Foto des Treppenhauses und die Angabe, ob ein Aufzug vorhanden ist. Das reicht in der Regel, um die Zahl der Kräfte seriös festzulegen. Wo zwischen Auszug und Einzug mehrere Tage liegen, planen wir die Zwischenlagerung mit, und die Posten dafür stehen auf der Preisseite.
Was Sie vor dem Termin schon tun können
Eine Stunde Vorbereitung im Treppenhaus bringt am Umzugstag mehr als jede Absprache. Die folgenden Schritte kosten nichts und nehmen der Enge einen guten Teil ihrer Wirkung.
- Türen aushängen, wo es ohne Werkzeugaufwand möglich ist, und die Blätter flach stellen.
- Flur, Podeste und Kellerabgang leer machen, auch von Schuhregalen und Pflanzen.
- Lose Läufer und Teppiche aufrollen, damit niemand auf der Treppe rutscht.
- Fahrrad, Kinderwagen und Mülltonnen aus dem Weg stellen, bevor das Gespann ankommt.
- Den Aufzug, falls vorhanden, für den Vormittag beim Verwalter anmelden.
- Schlüssel für Keller, Speicher und Garage an einen Punkt legen und uns zeigen.